|
Bedienung
Letztlich führt immer das
DOS-Programm HEDCHIP.EXE die Programmierung durch. Es
setzt die Befehle des Anwenders und die Quelldatei in
Befehle für den Programmer um. Trotzdem braucht
niemand, der es nicht will, sich mit den Feinheiten
der DOS-Kommandozeile zu beschäftigen.
hed.chip kann auf drei verschiedene Arten bedient
werden:
- Mit dem Windows Programm HC95.
Eine grafische Benutzeroberfläche mit
angeschlossener Datenbank gestattet die
Auswahl von Bausteinen, Dateien und
Parametern. Aus den Eingaben des Benutzers
erzeugt HC95 eine DOS-Kommandozeile, die dann
voll automatisch ausgeführt wird. Es stehen
deutschsprachige Hilfedatei und Erklärungen
zu Fehlern des Programmiergeräts zur
Verfügung. Abhängig von der eingestellten
Sprache des Rechners, wird automatisch die
englische oder deutsche Version der Meldungen
angezeigt.
- Die mit HC95 erzeugte
DOS-Kommadozeile kann auch in eine Batchdatei
gespeichert werden. Dies bietet sich an, wenn
hed.chip an einem anderen Rechner ohne
Windows 95 angeschlossen ist. Mit HC95
erzeugte Batchdateien können auch wieder
eingelesen werden. Auf diese Weise können
einmal erarbeitete Programmer-Aufrufe
jederzeit exakt wiederholt werden.
- Direkt mit HEDCHIP.EXE an der
DOS-Eingabeaufforderung.
Windows: HC95

Das Hauptfenster von HC95
Die Bedienelemente sind in Gruppen
in der Reihenfolge angeordnet, in der man
sinnvollerweise die Eingaben vornimmt:
- Auswahl des Bausteins. Durch
Click auf den Button "auswählen"
gelangt man zu einem Bildschirm, der die
Liste der verfügbaren Bausteine anzeigt.
Mehr dazu unten. Benutzer, die mit der
Kommandozeile vertraut sind, können das
Bausteinmnemonic auch direkt im Editierfeld
eingeben. Das setzt allerdings jegliche
Überprüfung der Eingaben durch HC95 außer
Kraft.
- Auswahl der Funktion. Hier
wird bestimmt, ob der Baustein programmiert,
mit einer Datei verglichen, ausgelesen,
gelöscht, oder auf leer getestet werden
soll.
- Auswahl der Quell- oder
Zieldatei: Hier wird ausgewählt, welche
Datei in den Baustein programmiert werden
soll, mit welcher Datei der Baustein
verglichen werden soll oder in welche Datei
der Baustein ausgelesen werden soll.
- Programmer-Optionen:
- vorher löschen:
HEDCHIP.EXE führt vor der
Programmierung automatisch immer
einen Leertest aus. Wenn diese Option
aktiviert ist, wird ein nicht-leerer
Baustein automatisch gelöscht.
- danach verifizieren:
Diese Option veranlaßt den
Programmer, nach der Programmierung
automatisch ein Verify (Vergleich mit
der Quelldatei) auszuführen.
- LPT1 benutzen, LPT2
benutzen: Mit diesen Optionen kann
die automatische Druckerporterkennung
(Plug and Prog) umgangen werden. Das
kann sinnvoll sein, wenn dadurch
Konflikte entstehen oder mehr als ein
Programmiergerät hed.chip
angeschlossen ist.
- Baustein-Optionen: Manche
Bausteine verfügen über zusätzliche
Features, wie z.B. Schreib- und/oder
Leseschutz. In der Listbox werden die jeweils
verfügbaren Optionen zur Auswahl angeboten.

Bausteine auswählen:
Hinter HC95 steht eine Datenbank
mit allen programmierbaren Bausteinen und deren
Eigenschaften. Der zu programmierende Baustein muß
aus der großen Liste in der Fenstermitte ausgewählt
werden. In den Feldern unter der Liste werden die
Eigenschaften des gewählten Bausteins angezeigt. Die
Liste ist recht lang. Von "A" wie AMD bis
zu "X" wie Xicor in der Liste zu wandern,
wäre ziemlich mühselig. Deshalb kann mit den vier
Feldern über der Liste die Auswahl eingeschränkt
werden. Es können Hersteller (engl. Vendor),
Bausteinbezeichnung (engl. Device) und die Einteilung
der Bausteine in Haupt- und Untergruppen (main_typ,
sub_typ) als Kriterium benutzt werden. Jede beliebige
Kombination und die unbegrenzte Verwendung von
Wildcards '?' und '*' sind möglich. Zum Beispiel:
"*28F*" im Feld Device führt zur Anzeige
aller FLASH-Bausteine, die in ihrer Bezeichnung an
beliebiger Stelle die Buchstaben "28F"
enthalten. Das '?' ersetzt dabei genau ein Zeichen,
das '*' ersetzt 0 bis beliebig viele Zeichen in der
Zeichenkette.
Favoriten: häufig benötigte
Bausteintypen
Für Bausteine, die immer wieder
mit hed.chip bearbeitet werden sollen, gibt es eine
bessere Auswahlmöglichkeit als die Suche in der
Datenbank. Man kann diese Bausteine zu
"Favoriten" erklären.
 |
 |
Je nach dem, ob ein
Baustein bereits Favorit ist, bietet der
Button die Möglichkeit, den Baustein zu den
Favoriten hinzuzufügen ... |
 |
|
... oder ihn aus den
Favoriten wieder zu entfernen. |
 |
|
Wenn man dann die Anzeige
auf "nur Favoriten zeigen"
umstellt, bekommt man seine ganz persönliche
Auswahl an Bausteinen angezeigt. |
Mit HC95 programmieren
Jetzt sind alle notwendigen
Eingaben gemacht. In der Box "DOS
Befehlszeile(n)" unten rechts, zeigt HC95 die
erzeugte Kommandozeile an. Bei Bausteinen, die
besondere Behandlung vor der Programmierung
erfordern, können es auch mehrere Zeilen sein.
Mit "Ausführen" kann die
erzeugte Kommandozeile ausgeführt werden. HC95
öffnet ein DOS-Fenster und führt darin die
erzeugten Kommandozeilen aus. Nach Beendigung wird
das Fenster automatisch geschlossen und eine
Erfolgsmeldung oder eine Fehlermeldung angezeigt.
Mit "BAT speichern" kann
die Kommandozeile als Batch-Datei abgespeichert
werden.
Windows: Mit
HC95 Batch-Dateien arbeiten
Die mit "BAT speichern"
erzeugte Batch-Datei kann z.B. auf einem anderen
Rechner benutzt werden. Dieser Weg bietet sich an,
wenn der Rechner nicht über Windows verfügt. Die
Batch-Datei kann von HC95 mit "BAT laden"
auch wieder eingelesen werden. Auf diese Weise
können Programmierungen immer wieder auf exakt die
gleiche Weise wiederholt werden.
Windows: HC95
Default-Einstellungen
Default-Einstellungen dienen der
Arbeitserleichterung. Wer z.B. hed.chip an LPT2
angeschlossen hat, möchte vielleicht die Einstellung der
Schnittstelle als Default-Einstellung beim Start von HC95
automatisch laden.
Beim Starten von HC95 kann der Name
einer von HC95 erzeugten Batch-Datei angegeben werden.
Wenn kein Dateiname angegeben wird, werden die
Einstellungen aus der Datei DEFAULT.BAT geladen.
- Einstellungen als Default
abspeichern:
- Wenn die aktuellen Einstellungen
automatisch beim nächsten Start von HC95
wiederhergestellt werden sollen, speichern Sie
diese mit der Funktion "BAT speichern"
unter dem Namen
DEFAULT.BAT im Verzeichnis von HC95 ab.
- Sinnlose oder fehlerhafte
Default-Einstellungen beseitigen:
- Löschen Sie im Verzeichnis von
HC95 die Datei DEFAULT.BAT. Beim nächsten Start
von HC95 wird automatisch eine neue Datei
DEFAULT.BAT erzeugt.
- Verschiedene Einstellungen
verwalten:
Wenn Sie bestimmte
Programmieraufgaben immer wieder ausführen müssen,
können Sie die dafür notwendigen Einstellungen in
einigen Batch-Dateien abspeichern. Auf dem Desktop
oder im Startmenü können Sie Verknüpfungen auf
HC95 unter Angabe einer solchen Batch-Datei erzeugen.
Das geht so: Erstellen Sie auf dem
Desktop eine Verknüpfung auf HC95.EXE. Editieren Sie
dann die Eigenschaften. Im Feld "Ziel"
fügen Sie hinter "<Pfad>\HC95.EXE"
ein Leerzeichen und dann den Namen Ihrer Batch-Datei
ein.
DOS:
HEDCHIP.EXE
Wer ohnehin mit DOS arbeitet oder
den Programmeraufruf in eigene Entwicklungsumgebungen
einbinden möchte, kann direkt mit HEDCHIP.EXE
arbeiten. Für den Einbau des Aufrufs in eigene
Entwicklungsumgebungen sind die DOS-Returncodes in
Kapitel 3 aufgelistet.
Die Bedienung von HEDCHIP.EXE
erfolgt ausschließlich über Parameter in der
Kommandozeile. Alle Parameter beginnen mit einem
Schrägstrich / (Shift-7). Nur der
Dateiname der Quelldatei wird ohne / als
letzter Parameter aufgeführt. Alle anderen Parameter
können in beliebiger Reihenfolge aufgeführt werden.
HEDCHIP.EXE interpretiert den ersten Parameter ohne
Schrägstrich / als Dateinamen und
beendet die Bearbeitung der Kommandozeile.
Die Kommandozeile muß immer
folgende Elemente enthalten:
Bausteinmnemonic:
/gMnemonic; z.B.
/ga16v8, /gi87c5x, etc.
Befehlsparameter:
- /?
Kommandoübersicht ausgeben
- /b Bausteinliste
ausgeben
- /d Direkt Modus
(unterdrückt Tastaturabfragen)
- /e Baustein
löschen
- /l Leertest
- /p Baustein
programmieren
- /r Baustein in
Datei auslesen
- /v Baustein mit
Datei vergleichen
Zu den Befehlsparametern /p
(Programmieren), /r (Auslesen) und /v (Vergleichen)
ist die Angabe des Dateinamens der Quell- bzw. im
Falle von /r der Zieldatei erforderlich.
HEDCHIP.EXE verarbeitet als
Quelldatei JEDEC-Dateien, Dateien im Intel HEX-Format
und Binärdateien. Geeignete JEDEC-Dateien können
mit CUPL, Gal Development System GDS3.5 oder easyABEL
erzeugt werden. Die in diesen Dateien enthaltenen
Prüfsummen werden nicht beachtet. Es muß immer der
vollständige Dateiname inklusive Extension, zum
Beispiel .JED, .HEX oder .BIN, angegeben werden.
Dateien mit den Extensions .JED bzw. .HEX werden
automatisch in ein binäres Datenformat umgewandelt.
Alle andere Extensions werden als Binärdaten
interpretiert und direkt ohne weitere Umwandlung in
den Baustein programmiert.
Zu dem Befehlsparameter /p
(Programmieren) können folgende, optionale Parameter
zusätzlich angegeben werden:
- /e:
- Baustein automatisch
löschen, wenn nicht leer.
- /sn:
- Security-Bits
programmieren. Für n
muß die Nr. des zu
programmierenden Bits eingesetzt
werden. Beispiele: /s1, /s2 oder
/s3
- /v:
- Programmierung
bzw. Löschvorgang verifizieren
-
HEDCHIP.EXE findet die
Schnittstelle, an der das Programmiergerät
angeschlossen ist, automatisch. Diese Automatik kann
durch explizite Angabe der Schnittstelle übergangen
werden:
- /lpt1 hed.chip an LPT1
- /lpt2 hed.chip an LPT2
-
Mit dem Befehlsparameter /r wird
der Baustein in eine Datei, die Zieldatei,
ausgelesen. Einfache PLDs, 16V8, 20V8, 18V10, 22V10
und 20RA10, werden in JEDEC-Dateien ausgelesen. Damit
eine solche Datei wieder in einen anderen Baustein
programmiert werden kann, muß ein Dateiname
mit der Extension .JED angegeben werden. Alle anderen
Bausteine, komplexe PLDs, Microcontroller und
Speicher werden in Binärdateien ausgelesen. Dabei
darf kein Dateiname mit den Extensions .HEX
oder .JED angegeben werden.
Falls bereits eine Datei mit dem
als Zieldatei angegebenen Dateinamen existiert, wird
diese ohne Warnung überschrieben.
Bei den Befehlen /p (Programmieren)
und /v (Vergleichen) verwendet hed.chip immer
das Minimum von Bausteingröße und Quelldatei. Es
gibt keine Fehlermeldung, wenn die Quelldatei für
den verwendeten Baustein zu groß ist.
Der Direkt Modus:wird mit dem
Parameter /d aktiviert. Dieser Parameter ist für die
Verwendung in Batch-Dateien gedacht. Im Direkt Modus
werden vom Benutzer keinerlei Tastatureingaben
abgefragt. Die Software übergeht Abfragen
"weiter mit Taste" ohne anzuhalten.
Abfragen, bei denen die Auswahl "Ja / Nein /
Abbruch" geboten wird, werden automatisch mit
"Ja" beantwortet. Bei der Erstellung von
Batch-Dateien sollte man das Batch zunächst ohne den
Parameter /d testen. Wenn alle Möglichkeiten (mit
und ohne eingesetzten Baustein, leerer oder
programmierter Baustein) getestet sind, kann man
störende Abfragen mit dem Parameter /d
unterdrücken.
|